KI im Recruiting: Warum die 27,5% Vermittlungsprovision nicht ewig halten — ein SAP Headhunter baut seine eigenen Tools
Jedes Mal wenn ich ein neues Tool fertig stelle, sitze ich kurz da und denke: das kann doch nicht so einfach sein.
Aber es ist so einfach. Und genau das macht mir gerade mehr Spaß als fast alles andere was ich in 20 Jahren IT gemacht habe.
Ich habe meine Karriere als SAP-Berater angefangen. Ich habe Unternehmen gegründet, Teams aufgebaut, eine Firma verkauft. Ich habe mein Leben damit verbracht IT-Projekte zu koordinieren, Entwickler zu führen, Anforderungen zu schreiben — und dabei immer einen respektvollen Abstand zum eigentlichen Code gehalten. Das war die Welt in der Entwickler Entwickler waren, und der Rest eben nicht.
Diese Welt existiert noch. Aber sie verändert sich gerade so fundamental, dass ich mir nicht sicher bin ob wir in zehn Jahren noch verstehen werden wie es vorher war.
Was ich in den letzten Monaten gebaut habe klingt in dieser neuen Welt fast banal. Einen KI-Assistenten der meine Newsletter-Flut liest, bewertet und mir nur schickt was vertrieblich relevant ist. Ein Micro-CRM das LinkedIn-Profile per Chrome Extension in Google Sheets speichert und als Kanban-Board darstellt. Eine automatisierte Sales-Pipeline. Einen Trading-Tracker mit Live-Marktdaten.
Das sind keine akademischen Experimente — das sind Tools die ich im Alltag nutze, unter anderem für die Vermittlung von IT-Fachkräften und SAP-Beratern im Nearshoring, hauptsächlich aus Rumänien.
Keines dieser Projekte hätte ich vor zwei Jahren auch nur ansatzweise selbst umgesetzt. Nicht weil mir die Ideen gefehlt hätten — sondern weil es Projekte gewesen wären, die ein kleines Team für mehrere Wochen, gar Monate eingebunden hätten.
Heute sitze ich mit einer Idee, einem KI-Tool und ein paar Stunden Zeit — und das Ding läuft.
„Ja, aber der Code den AI baut ist doch Müll. Irgendwann braucht man doch wieder einen Senior Developer der das repariert.“
Mag sein. Aber dieser Senior Developer repariert es heute mit AI in einem Bruchteil der Zeit. Das Argument funktioniert in beide Richtungen.
Was mich wirklich beschäftigt ist das größere Bild.
Die etablierten Recruiting-Agenturen werden ihre Provisionen nicht senken — bis jemand den Markt neu definiert. Nicht durch billigere Preise, sondern durch ein komplett anderes Modell. Schneller, transparenter, AI-first. So wie Taxi-Unternehmen nicht ihre Preise gesenkt haben. Uber hat einfach angefangen.
Wer mir heute erzählt dass 27,5% Vermittlungsprovision — laut BDU-Studie 2024 der aktuelle Schnitt im IT Recruiting — in zehn Jahren noch selbstverständlich sind, hat noch nicht durchgerechnet wie viel vom Prozess sich automatisieren lässt. Sourcing, Screening, Outreach, Briefings — das läuft heute bereits. Die KI im Recruiting ist kein Zukunftsthema mehr. Sie ist Gegenwart.
Ich baue Tools — für mich selbst, für meine eigenen Prozesse, für meine eigenen Probleme. Manchmal funktioniert es perfekt. Manchmal bricht es nach drei Wochen zusammen und ich sitze wieder mit der KI und repariere es. Beides lehrt mich etwas das kein Whitepaper lehren kann.
Hype von echtem Nutzen trennt man nicht durch Lesen. Man trennt es durch Bauen.
#SAPHeadhunter #KIimRecruiting #ITRecruiting #Nearshoring #AI


